Unterstützende Heilung für Wiederkäuer
31.07.2023 | News
ein Maturaprojekt von Aaron Kirchler, Oscar Castlunger Prousch und Roman Steger

Der folgende Ratgeber mit all seinen alternativen Heilmethoden und Rezepten entstand als Maturaprojekt der drei Autoren Aaron Kirchler, Oscar Prousch und Roman Steger. Alle drei stammen aus dem Fachbereich der Landwirtschaft und haben die Fachschule für Landwirtschaft in Dietenheim besucht und sich entschlossen, die Matura zu absolvieren. Als abschließendes Projekt haben sie es sich unter anderem zum Ziel gesetzt, diesen Ratgeber zu verfassen. Der nachfolgende Text gibt eine kurze Einführung zum Projekt.
Die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen, heutzutage mehr denn je. Alles wird hinterfragt, jeder zweifelt an Abläufen und Handlungen. Ein sehr häufig diskutiertes und verbreitetes Thema ist der Einsatz von Antibiotika und anderen Medikamenten in der Nutztierhaltung. Es ist verständlich, dass dies ein heikles Thema ist, da es schon eine Serie von Skandalen gegeben hat. Aber trotz dieser Tatsache steigt die Verabreichung von Medikamenten in der Tiermedizin ganz generell weiter an. Allein in Deutschland werden jährlich 735 Tonnen Antibiotika in der Tierhaltung eingesetzt, eine Menge, die größer ist als jene der Humanmedizin im selben Zeitraum. Dabei ist die Sinnhaftigkeit öfters fraglich. Beispielsweise werden in sehr großen Betrieben Antibiotika vorbeugend über das Futter verabreicht. Dies geschieht, um prophylaktisch die Tiere gegen bestimmte Erkrankungen zu schützen. Dabei erhalten logischerweise auch gesunde Tiere diese Mittel zugeführt, auch wenn es nicht nötig wäre. Somit werden gesunde Tiere und die daraus entstehenden Produkte mit Rückständen belastet, die vermeidbar wären. Diese “falsche” Verwendung von Antibiotika ist in der Lebensmittelproduktion eine immense Gefahr für die Humanmedizin, da resistente Keime entstehen und in der Folge als Zoonosen auf den Menschen überspringen können. Unter anderem darum, ist in Südtirol ein noch genauerer und strenger geregelter Antibiotikaverbrauch bei Betrieben schon längere Zeit in Diskussion. Die Nutztierhaltung benötigt zwar Medikamente der etablierten Schulmedizin. Dies Verabreichung sollte allerdings präzise und effektiv erfolgen und sich nur auf das Nötigste begrenzen. Krankheiten haben üblicherweise mehrere Entwicklungsstufen. In der Anfangsphase ist der Erreger noch schwach vertreten, beziehungsweise könnte der Erreger durch das Immunsystem in Schach gehalten werden. Oft ist es jedoch der Fall, dass sich diese Immunabwehr nicht wirklich aktiviert, da die Tiere durch andere Faktoren 3 geschwächt sind. Eine außergewöhnliche Stoffwechselbelastung durch eine hohe Milchleistung, Parasitenbefall oder eine Abkalbung in der nahen Vergangenheit können Gründe dafür sein. Oft werden Krankheiten aber auch erst erkannt, sobald sie schon so fortgeschritten sind, dass das Tier bereits eindeutige Leiden aufweist. Durch den Einsatz von Medikamenten und Antibiotika entsteht bei kleinstrukturierten Betrieben, wie denen, wie wir sie in unserer Region vorfinden und auf welche sich unser Projekt beschränkt, erhebliche Mehrkosten und ein nicht zu unterschätzender Aufwand in mehrerlei Hinsicht. Ein mit Antibiotika behandeltes Kalb wird schlechter wachsen, eine Kuh, deren Euter behandelt wurde, kann für geraume Zeit keine kommerziell nutzbare Milch produzieren und eine Schlachtkuh muss Wartezeiten nach einer Behandlung einhalten, bevor sie an einen Schlachthof übergehen kann, um dem Endverbraucher ein restlos rückstandsfreies Produkt zu garantieren. Nur wenn die Tierbeobachtung ernst genommen wird, können Krankheiten und entstehende Leiden bereits früh verortet werden. Rechtzeitig erkannt, benötigen die Tiere oft nur einfache Hilfsmaßnahmen, um wieder gesund zu werden. Das Ziel dabei ist, dass sich das Problem nicht weiter ausdehnen kann, das Tier durch die eigene Immunabwehr die Krankheit abwehrt und in der Folge ein Antibiotikum-Einsatz vermieden werden kann. Voraussetzung dafür ist die unvermeidliche und genaue Tierbeobachtung. Einfache und kostengünstige Hilfsmaßnahmen findet man häufig in der Komplementärmedizin, also in Behandlungen mit Kräutern oder Hausmitteln. Das Wissen über diese alternativen Behandlungsmöglichkeiten, insbesondere jenes über Kräuter und Hausmittel, ist leider etwas verlorengegangen. In früherer Zeit gab es nur diese Behandlungsmöglichkeiten, aber durch den Aufschwung der Schulmedizin ist es immer weiter in den Hintergrund geraten. Dies wollen wir durch unser Projekt ändern. Für die unten angeführten Methoden zur unterstützenden Heilung wurden verschiedenen Landwirte und Tierärzte sowie ausgebildete Phytotherapeuten, aus der Umgebung Pustertal, nach ihren Erfahrungen und ihrem Wissen befragt.
FSD
